Langdock vs. Logicc: Welche KI-Plattform passt zu Ihrem Unternehmen?

Infografik: Langdock vs. Logicc in 3 Kriterien, von Funktionsumfang über Einstieg bis Integrationen, Empfehlung je nach Unternehmensgrösse
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Langdock und Logicc sind beide DSGVO-konforme KI-Plattformen, die ChatGPT, Claude und Gemini in einem Tool für Unternehmen zugänglich machen, ganz ohne private Accounts. Logicc ist im Einstieg deutlich einfacher, bietet aber weniger Funktionen. Langdock ist umfangreicher: mit Dateiordnern, Skills, Workflows und echten Integrationen zu Gmail, Google Drive und Microsoft 365, kostet dafür mehr Einarbeitung. Für den schnellen Start eignet sich Logicc, für den langfristigen Einsatz im ganzen Betrieb eher Langdock.

Langdock vs. Logicc: Welche KI-Plattform passt zu Ihrem Unternehmen?

"Welches KI-Tool sollen wir eigentlich nehmen?" Diese Frage höre ich in Erstgesprächen fast so oft wie "Was kostet das?". 66% der Schweizer KMU setzen KI noch nicht aktiv ein, nicht aus Desinteresse, sondern weil die Auswahl unübersichtlich ist. (Quelle: AXA KMU-Arbeitsmarktstudie 2025.) Bei Unternehmens-KI-Plattformen ist das Problem noch grösser: Es gibt mittlerweile ein Dutzend Anbieter, die auf den ersten Blick alle dasselbe versprechen.

Langdock und Logicc gehören zu den bekanntesten davon. Beide geben Ihrem Team Zugriff auf ChatGPT, Claude und Gemini in einem einzigen, unternehmensweiten Tool. Kein privater Account mehr, keine Datenschutzfragen durch Mitarbeitende, die auf eigene Faust ChatGPT nutzen. Ich habe mir beide Plattformen im Detail angeschaut, Funktion für Funktion. Hier ist, was Sie wissen müssen, bevor Sie sich festlegen.

Was beide Plattformen grundsätzlich versprechen

Der Grundgedanke ist bei Langdock und Logicc identisch: KI-Modelle mehrerer Anbieter (OpenAI, Anthropic, Google und weitere) an einem Ort, in der EU gehostet, ohne Training der Modelle mit Ihren Firmendaten. Beide richten sich an dieselbe Zielgruppe: Unternehmen, die KI teamweit einführen wollen, ohne dass jede Abteilung ihre eigene Lösung bastelt.

Langdock gibt auf der eigenen Website über 10.000 Unternehmen als Nutzer an, darunter mehrere bekannte Namen. Logicc nennt rund 1.800 Unternehmen, mit Referenzen wie Allianz, Engel & Völkers und LBS. Weniger Kunden insgesamt, aber ebenfalls kein Nischenprodukt. Beide Zahlen sind Herstellerangaben, keine unabhängig geprüften Werte, aber sie geben eine gute erste Orientierung.

Was auf den ersten Blick wie zwei fast identische Tools aussieht, unterscheidet sich bei genauerem Hinsehen erheblich. Genau darum geht es in diesem Artikel.

Sprachmodelle und Chat-Funktionen im Vergleich

Beide Plattformen lassen Sie zwischen mehreren Sprachmodellen wählen, alle in der EU gehostet. Langdock bietet dabei die grössere Auswahl. Bei Logicc sitzt die Modellauswahl direkt oben im Chat-Fenster, bei Langdock etwas versteckter, aber genauso schnell erreichbar.

Ein Detail, das im Alltag einen echten Unterschied macht: das sogenannte Thinking, also wie viel Rechenaufwand ein Modell wie Claude Sonnet in eine Antwort steckt. Bei Langdock lässt sich Thinking nur an- oder ausschalten. Bei Logicc können Sie zusätzlich die Intensität wählen: aus, niedrig, mittel oder hoch. Für einfache Fragen sparen Sie damit Zeit, für komplexe Analysen schalten Sie gezielt hoch.

Bei den Grundfunktionen sind sich beide Tools erstaunlich ähnlich: Dateien hochladen, Websuche aktivieren, Bilder generieren, Spracheingabe nutzen. Langdock legt hier noch eine Schicht drauf mit Deep Research, automatischer Dokumenterstellung und der Möglichkeit, direkt im Chat unternehmensinternes Wissen zu durchsuchen. Logicc deckt die Basis solide ab, bleibt bei den Zusatz-Tools aber schmaler.

Agenten, Prompts und Projekte: Wo beide gleich stark sind

Drei Bereiche sind bei Langdock und Logicc praktisch deckungsgleich.

Agenten beziehungsweise Assistenten. Beide Plattformen lassen Sie spezialisierte Chatbots für wiederkehrende Aufgaben bauen, mit Beschreibung, Systemprompt, Modelleinstellungen und eigenem Wissen. Langdock nennt das Agenten, Logicc nennt es Assistenten. Beide liefern vorgefertigte Vorlagen mit, etwa einen E-Mail-Manager oder einen Assistenten für LinkedIn-Content.

Prompt-Bibliothek. Wiederkehrende Prompts einmal speichern, danach mit einem Klick nutzen, statt sie jedes Mal neu zu formulieren. Bei beiden Tools vorhanden, bei beiden gleich simpel.

Projekte. Ein Projekt bündelt Anweisungen und Wissen, auf das mehrere Chats gleichzeitig zugreifen. Sie müssen den Kontext nicht mehr in jedem neuen Chat wiederholen. Funktioniert bei Langdock und Logicc praktisch identisch.

Wenn Sie nur diese drei Bereiche vergleichen, gibt es kaum einen Grund, sich für das eine oder andere Tool zu entscheiden. Der eigentliche Unterschied liegt woanders.

Der grösste Unterschied: Wissen, Dateien und Integrationen

Hier trennt sich, was für den täglichen Betrieb wirklich zählt.

Langdock hat einen eigenen Dateibereich mit richtigen Ordnern. Sie legen Unternehmenswissen strukturiert ab, zum Beispiel alle Vertragsvorlagen in einem Ordner, alle Produktinfos in einem anderen, und greifen aus jedem Chat gezielt darauf zu. Logicc lässt Sie ebenfalls einzelne Dateien hochladen und damit arbeiten, aber ohne diese Ordnerstruktur. Für ein Team mit gewachsenem Wissen macht das einen spürbaren Unterschied zwischen "wir finden es sofort" und "wir suchen zuerst".

Noch wichtiger: Integrationen. Langdock verbindet sich mit Gmail, Google Drive, Microsoft Teams, OneDrive, Kalender und weiteren Tools. Das heisst konkret: Sie schreiben im Chat "fass mir alle ungelesenen E-Mails zusammen" oder "beantworte diese Anfrage", und die KI greift direkt auf Ihr E-Mail-Postfach zu. Logicc bietet diese Anbindung an bestehende Tools in dieser Form nicht. Sie arbeiten mit dem, was Sie hochladen, aber nicht direkt mit Ihren übrigen Systemen.

Für ein Unternehmen, das KI wirklich in bestehende Abläufe einbetten will und nicht nur als zusätzliches Chat-Fenster nutzt, ist das der entscheidende Punkt.

Skills und Workflows: Was nur Langdock kann

Zwei weitere Bereiche, die bei Langdock existieren und bei Logicc aktuell fehlen.

Skills sind gespeicherte Fähigkeiten für die KI, etwa ein festes Format für Meeting-Protokolle, das die KI danach automatisch anwendet. Wer mit Claude arbeitet, kennt das Prinzip bereits.

Workflows sind automatisierte Abläufe: eine Aufgabe, die zu einer bestimmten Uhrzeit läuft, oder ein Prozess, der startet, sobald eine neue E-Mail eingeht. Technisch anspruchsvoller als ein normaler Chat, dafür deutlich mächtiger. Nicht jeder Mitarbeitende wird Workflows selbst bauen, aber wer sich einarbeitet, automatisiert damit ganze Abläufe statt einzelner Antworten.

Beides ist bei Logicc zum jetzigen Zeitpunkt nicht vorhanden. Das kann sich ändern, Logicc entwickelt sich weiter. Aktuell ist es aber ein klarer Vorteil für Langdock.

Einrichtung und Einstieg: Logicc gewinnt den ersten Eindruck

Wer die Einstellungen von Langdock zum ersten Mal öffnet, sieht viele Optionen: welche Modelle verfügbar sein sollen, welche Rollen es gibt, wer Agenten oder Wissensordner erstellen darf. Sinnvoll für ein Unternehmen, das granular steuern will, wer was darf. Am Anfang aber auch etwas viel auf einmal.

Bei Logicc ist das überschaubarer. Organisationseinstellungen, Modellauswahl, Benutzerverwaltung, das war es im Kern. Für den Einstieg deutlich einfacher, Ihr Team findet sich schneller zurecht und braucht weniger Schulung.

Ehrlich gesagt: Genau das ist der Kompromiss, den Sie hier eingehen. Logicc startet schneller, stösst aber irgendwann an eine Funktionsgrenze. Langdock braucht länger, bis es richtig sitzt, dafür kommen Sie später nicht an eine Wand.

Was Langdock und Logicc kosten

Beide Anbieter listen ihre Preise transparent auf der eigenen Website, in Euro. Langdock startet bei 29 Euro pro Nutzer und Monat zzgl. Mehrwertsteuer, mit einer Max-Lizenz für höhere Nutzungslimits und einer individuellen Enterprise-Version ab 1.000 Nutzern. Ein separates Workflows-Add-on kostet zusätzlich, wird aber in der Praxis selten gebraucht, das im Starterpaket enthaltene Kontingent reicht für die meisten KMU völlig aus.

Logicc startet mit dem Business-Plan bei 29.90 Euro pro Nutzer und Monat, ergänzt um eine Zwischenstufe, einen günstigeren Max-Plan bei höherem Volumen und ebenfalls eine individuelle Enterprise-Version für grössere Unternehmen. Beide Anbieter reduzieren den Preis pro Nutzer, sobald Sie mehr Lizenzen abnehmen.

Wichtiger als der Preis pro Nutzer ist eine andere Rechnung: Der grösste Kostenfaktor ist nicht die Software, sondern die Stunden, die Ihr Team ohne eine solche Plattform an private ChatGPT-Tabs, unstrukturierte Recherche und doppelte Arbeit verliert. Ein Team, das durch eine gemeinsame Plattform auch nur eine Stunde pro Woche einspart, hat die Lizenzkosten in den meisten Fällen innerhalb weniger Monate wieder eingespielt.

Für wen sich welche Plattform eignet

1 bis 15 Mitarbeitende, wenig IT-Erfahrung im Team: Logicc. Der schnelle Einstieg wiegt hier mehr als die Zusatzfunktionen, die Sie ohnehin selten ausschöpfen würden.

15 bis 50 Mitarbeitende, mehrere Systeme im Einsatz (CRM, E-Mail, Kalender): Langdock. Die Integrationen zu Gmail, Google Drive und Microsoft 365 sparen genau dort Zeit, wo mehrere Tools sonst nebeneinander herlaufen.

Ab 50 Mitarbeitende, langfristige KI-Strategie geplant: Langdock. Der Einführungsaufwand ist höher, Schulungen sind nötig, aber die Skills, Workflows und feingranularen Rollen zahlen sich erst bei dieser Grösse richtig aus.

Eines bleibt über alle Grössen gleich: Wer heute anfängt, hat in zwei Jahren einen messbaren Vorsprung. Wer wartet, bis die Wahl perfekt durchdacht ist, verliert genau die Zeit, die er eigentlich einsparen wollte.

Typische Fehler bei der Wahl der KI-Plattform

Das Tool vor dem Prozess auswählen. Wer zuerst eine Plattform kauft und danach überlegt, wofür, landet fast immer bei einem teuren Chat-Ersatz statt bei einer echten Verbesserung. Zuerst klären: Welcher Prozess soll leichter werden? Erst danach die Plattform danach auswählen.

Nur die Marketingseite vergleichen. Beide Anbieter zeigen auf der Startseite ähnliche Buzzwords. Der Unterschied zeigt sich erst live im Tool, bei den Integrationen, den Dateien, den Rollen. (Und nein, "Logicc" hat trotz Namen nichts mit klassischer Prozesslogik zu tun, der Name ist einfach Marketing.)

Das Team nicht einbinden. Eine Plattform, die am Team vorbei eingeführt wird, wird meistens umgangen. Wer die Mitarbeitenden früh testen lässt, bekommt bessere Signale, welches Tool tatsächlich im Alltag ankommt.

Die Integrationsfrage zu spät stellen. Wenn Ihr Team täglich mit Gmail, Outlook oder Google Drive arbeitet, entscheidet diese eine Funktion oft mehr als jede andere Tabelle mit Häkchen.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Langdock und Logicc?

Langdock bietet mehr Funktionen: strukturierte Wissensordner, Skills, Workflows und Integrationen zu Gmail, Google Drive und Microsoft 365. Logicc ist einfacher einzurichten und schneller im Team einzuführen, deckt dafür weniger Funktionstiefe ab.

Sind Langdock und Logicc DSGVO-konform?

Beide Anbieter geben an, DSGVO-konform zu sein und ihre Sprachmodelle in der EU zu hosten, ohne Training der Modelle mit Kundendaten. Für die rechtliche Bewertung im Einzelfall lohnt sich trotzdem eine Rücksprache mit Ihrer Rechtsabteilung oder einem spezialisierten Anwalt.

Was kostet Langdock im Vergleich zu Logicc?

Langdock startet bei 29 Euro pro Nutzer und Monat zzgl. Mehrwertsteuer. Logicc startet mit dem Business-Plan bei 29.90 Euro pro Nutzer und Monat. Beide bieten zusätzlich einen höheren Plan und eine individuelle Enterprise-Version für grössere Unternehmen an.

Für welche Unternehmensgrösse eignet sich Logicc besonders?

Kleinere Teams mit wenig IT-Erfahrung, die schnell mit KI starten wollen, ohne sich in viele Einstellungen einzuarbeiten. Bei komplexeren Anforderungen stösst Logicc aktuell an Funktionsgrenzen, an die Langdock nicht stösst.

Kann ich bei Langdock und Logicc mehrere KI-Modelle gleichzeitig nutzen?

Ja, beide Plattformen lassen Sie zwischen Modellen von OpenAI, Anthropic, Google und weiteren Anbietern wählen, alle in der EU gehostet. Langdock hat dabei die etwas grössere Modellauswahl.

Was sind Agenten beziehungsweise Assistenten bei Langdock und Logicc?

Spezialisierte Chatbots für eine bestimmte Aufgabe, mit eigenem Systemprompt, Modelleinstellungen und Wissen. Langdock nennt sie Agenten, Logicc nennt sie Assistenten. Beide liefern vorgefertigte Vorlagen mit, die Sie direkt übernehmen oder anpassen können.

Welche Plattform ist einfacher für Mitarbeitende ohne IT-Hintergrund?

Logicc. Die Einstellungen sind überschaubarer, der Einstieg schneller. Langdock bietet mehr Kontrolle über Rollen und Berechtigungen, braucht dafür aber auch mehr Einarbeitung im Team.

Bietet Logicc auch Workflows und Skills wie Langdock?

Aktuell nicht. Workflows, also automatisierte Abläufe zu festen Zeiten oder Auslösern, und Skills, gespeicherte Fähigkeiten für die KI, gibt es bei Logicc zum jetzigen Zeitpunkt nicht. Das kann sich mit künftigen Updates ändern.


Der nächste Schritt, ohne Druck

Welche Plattform zu Ihrem Betrieb passt, hängt weniger vom Funktionsumfang ab als vom Prozess, den Sie eigentlich lösen wollen. Das kläre ich gerne mit Ihnen in einem kurzen, unverbindlichen Gespräch, ohne dass am Ende automatisch ein Angebot für ein bestimmtes Tool steht.

Gespräch vereinbaren →micha.schindler@totalexperience.ch